Tegel als möglicher EXPO 2035-Standort:
Erste Konzeption für eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas
Gemeinsam mit der EXPO 2035 Berlin GmbH stellen die Architekten von Gerkan, Marg & Partner (gmp) erstmals eine architektonische Vision vor, wie das Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin Tegel zu einem zentralen Standort der EXPO 2035 und gleichzeitig zu einem der größten urbanen Investitions- und Entwicklungsprojekte Europas werden könnte.
Gleich dreimal befasste sich gmp mit dem Tegeler Flughafen Areal: Von 1966 bis 1974 entstand hier nach den Entwürfen des Büros der erste Drive-In-Flughafenterminal der Welt. Das als „Flughafen der kurzen Wege“ konzipierte und seit 2019 denkmalgeschützte Bauwerk gewann durch seine einzigartige Funktionalität die Herzen der Berliner und wurde zu einem der Wahrzeichen der Hauptstadt. Zwischen 2008 und 2021 entwickelte gmp im Auftrag des Berliner Senats und der Tegel Projekt GmbH die konzeptionelle Grundlage für die Nachnutzung des rund 460 Hektar großen Flughafenareals. Mit der „Urban Tech Republic“ entsteht hier bereits ein Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien, die Städte nachhaltiger, effizienter und lebenswerter machen.
Nun, fünf Jahre später, engagiert sich gmp erneut auf dem Areal - diesmal im Rahmen einer zukunftsweisenden Initiative: als Hauptstandort der Expo 2035 und der anschließenden Transformation des Geländes in ein städtisches Quartier, das den räumlichen und programmatischen Schlussstein der Urban Tech Republic bildet.
In Zusammenarbeit mit der Initiative EXPO 2035 Berlin GmbH., die sich dafür einsetzt, die Metropolregion Berlin bis 2035 nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten, untersuchte gmp, inwiefern das östliche Areal der Urban Tech Republic zwischen Terminal und Kurt-Schumacher-Quartier für die Expo 2035 genutzt werden kann. Die Analyse macht deutlich: Mit rund 127 Hektar übertrifft das Areal sogar die Fläche des Expo-Geländes am letzten Veranstaltungsort Osaka. Verkehrsanbindungen bestehen im Süden und Westen oder können aus der Logik der bestehenden Mobilitätskonzepte weiterentwickelt werden. Die angrenzenden Stadtquartiere sowie der Campus der Urban Tech Republic bieten ideale Anknüpfungspunkte für eine Nachnutzung als gemischt genutztes Stadtquartier, das zusätzlich von den Landschaftsräumen im Norden profitieren wird.
Die Studien beziehen sich auf die durch das Flughafengebäude als Nukleus geprägte Dreiecksgeometrie und leiten daraus geometrische Bezugssysteme ab, die das Campusareal mit dem Kurt-Schumacher-Quartier zu lebendigen Stadträumen verknüpft. Als verbindendes Element entsteht die Expo Plaza im Zentrum der Weltausstellung. An sie grenzen im Entwurf die Arena, der Deutschland-Pavillon sowie der Berlin-Pavillon, während ein filigraner Aussichtsturm mit scheinbar schwebenden Glasringen als Wahrzeichen der Expo in Erscheinung tritt.
Die Urban Tech Republic und die Expo ergänzen sich sowohl thematisch als auch räumlich. Sie schaffen so einen Mehrwert für beide Projekte, sowie für Berlin und für Deutschland: Im Mittelpunkt der gemeinsamen Initiative von gmp und der EXPO 2035 Berlin GmbH stehen Innovation, Nachhaltigkeit und soziales Miteinander als Katalysator für die weitere Entwicklung und zukunftsfähige Weiternutzung von TXL.
Parallel zu dieser Machbarkeitsstudie lud die von gmp gegründete aac Academy for Architectural Culture Stipendiaten aus Europa und Amerika ein, Konzepte und Visionen für die Expo auf dem Areal des ehemaligen Flughafen Tegel zu entwickeln. Die Entwürfe der Studierenden werden im Rahmen von Ausstellungen sowohl in Hamburg als auch in Berlin zu sehen sein.
Gemeinsam bilden die beiden Projekte einen Proof of Concept: Sie belegen, dass das Tegeler Gelände über die räumlichen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Weltausstellung verfügt und dass die Expo zugleich einen entscheidenden Impuls für die langfristige Entwicklung des Standortes setzen wird.
Über die Beteiligten
EXPO 2035 Berlin GmbH: Operative Einheit, die die Bewerbung vorbereitet, Projekte bündelt und Formate entwickelt.
EXPO 2035 Beteiligungsgesellschaft der deutschen Wirtschaft GmbH & Co. KG: Plattform für Investitionen aus der deutschen Wirtschaft in die Initiative EXPO 2035. Erster Kommanditist ist die IHK Berlin mit 250.000 Euro.
Global Goals für Berlin e.V.: Gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsam mit allen Berliner:innen bis zum Jahr 2035 die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umfassend umzusetzen – in großen wie kleinen Projekten und Initiativen. Der Verein fungiert als Schirm, unter dem diese Projekte gesammelt, sichtbar gemacht und mit der Kraft von Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Politik und Verwaltung in die Umsetzung gebracht werden.
gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner: gmp ist ein Architekturbüro mit Gründungssitz in Hamburg und Standorten weltweit. Mit einem generalistischen Ansatz und der Erfahrung aus über sechzig Jahren werden Projekte im Dialog mit den Auftraggebern und den beteiligten Planungsdisziplinen in jedem Maßstab und kulturellen Kontext, in jeder Planungsphase und auf allen Kontinenten realisiert. Die Bandbreite der Projekte reicht vom Wohnhaus bis zum Hochhaus, vom Stadion bis zum Konzertsaal, vom Bürobau bis zur Brücke sowie von der Türklinke bis zur Stadtplanung.
Die Arbeit des Büros zielt im Sinne ganzheitlicher Nachhaltigkeit auf die umfassende Beständigkeit von Architektur. Dabei werden globale Herausforderungen und Themen wie Urbanisierung, Digitalisierung und Mobilität ebenso berücksichtigt wie klimagerechtes Bauen nach zertifizierten Standards sowie das Bauen im Bestand.