Fuß- und Radwegbrücke Entenwerder
Infrastruktureller Lückenschluss am Hamburger Stadteingang
Mit der Fuß- und Radwegbrücke Entenwerder entsteht eine neue Wegeverbindung für den Fuß- und Radverkehr am östlichen Hamburger Stadteingang. Der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft aus den Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) und schlaich bergermann partner (sbp) verbindet das Elbbrücken-Quartier direkt mit der Halbinsel Entenwerder.
Hamburg gilt mit fast 2500 Brücken als die Brückenhauptstadt Europas. Als 520. Fuß- und Radwegbrücke im Bestand der Hansestadt schließt das Bauwerk eine jahrzehntelange infrastrukturelle Lücke entlang der Norderelbe. Erstmals seit 1943 verbindet wieder ein Fußweg Rothenburgsort-Süd mit der U-Bahn. Zudem ist das Projekt Teil der städtischen Planungen zum Ausbau des Radwegenetzes: Im Verlauf des überregionalen Elberadwegs ermöglicht die Brücke eine durchgängige Fahrradstrecke von der Hamburger Innenstadt bis in die Vier- und Marschlande.
Konstruktiv besteht der Brückenüberbau aus einem Stahlhohlkastenträger, der auf zwei schlanken Y-Stützen ruht. Mit einer Gesamtlänge von 135 Metern ist das Bauwerk die viertlängste Fuß- und Radwegbrücke Hamburgs und weist mit 75 Metern stützenfreier Weite zwischen den beiden Y-Pfeilern zugleich die größte Stützweite dieser Bauwerkskategorie im gesamten Stadtgebiet auf. Die Spannweite gewährleistet dabei die uneingeschränkte Schiffbarkeit zwischen der Elbe und dem Oberhafenkanal. Für Montage und Einhub gelangten die bis zu 130 Tonnen schweren mittleren Segmente der Brücke nach der Vormontage elbaufwärts auf der Peute über den Wasserweg an den Einbauort. Ein Schwimmkran platzierte die Bauteile in mehreren Schritten und unter Ausnutzung der Tide passgenau auf den Widerlagern.
In direkter Nachbarschaft zu den denkmalgeschützten Hamburger Elbbrücken setzt der Entwurf von gmp und sbp auf eine zurückhaltende Silhouette. „Mit ihrer klaren Gestaltung und der reduzierten Konstruktion erfüllt die Brücke Entenwerder sowohl die städtebaulichen als auch die funktionalen Anforderungen an diesem Standort“, erklärt Andreas Weihnacht, Projektleiter bei gmp. „Ihr geschwungener Verlauf stellt eine selbstverständliche Verbindung zur bestehenden Wegeführung der beiden Stadtteile her.“
Die Landschaftsplanung ist integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts: Künftig entsteht an den Elbbrücken der „Park Zweibrücken“ mit siebzig neu angepflanzten Bäumen. Auf der Halbinsel Entenwerder werden die temporären Bauflächen im Elbpark renaturiert und die Böschungen an die neue Wegeführung angepasst. Den dortigen Wegabschnitt zwischen Brücke und Alexandrastieg verbreitert die Stadt von 3 auf 4 Meter. Der Charakter des Parks mit seinen Grün- und Freiflächen bleibt erhalten.