Naturbad am Schwanenwik
Rückkehr des Badens an die Hamburger Außenalster
Im Auftrag von Bäderland Hamburg haben die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) eine Machbarkeitsstudie für ein öffentliches Naturfreibad an der Außenalster erstellt. Das Konzept sieht am historischen Standort am Schwanenwik einen neuen Badeort vor, der Hamburgs Wasserflächen wieder stärker öffentlich zugänglich macht.
Das Baden in der Alster besitzt in Hamburg eine lange Tradition. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts existierten erste Badestellen an der Außenalster. Im 19. Jahrhundert entstand dann am Schwanenwik eine öffentliche Badeanstalt, bevor die Wasserqualität der Alster sank und der Badebetrieb eingestellt wurde. Die aktuelle Planung knüpft an diese historische Badekultur an und versteht sich zugleich als Teil einer internationalen Entwicklung, urbane Gewässer wieder stärker als Badeorte zugänglich zu machen. Ziel ist es, die Alster als innerstädtischen Freiraum neu erlebbar zu machen und ein zeitgemäßes, öffentliches Nutzungskonzept zu etablieren.
Die Alsterwiese Schwanenwik zählt zu den beliebtesten öffentlichen Grünräumen Hamburgs. Entsprechend sensibel reagiert der Entwurf auf die landschaftlichen und insbesondere die sozialen Anforderungen des Ortes: Durch den Verzicht auf freistehende Baukörper bleibt der Blick von der Wiese über die Außenalster und auf die Stadtsilhouette erhalten, der Baumbestand wird bewahrt und Eingriffe in Uferzone und Schifffahrt werden auf ein Minimum reduziert. Die Anlage folgt der Geometrie des bestehenden Stegs und nutzt den Flachwasserbereich am Ufer, sodass sich die nutzbare Wasserfläche der Alster kaum verringert.
Gleichzeitig wird die Alster erneut als öffentlicher Aufenthaltsraum für die Stadtgesellschaft aktiviert. Kern des Projekts ist ein 50 Meter langes Schwimmbecken mit sechs Bahnen, das in die Außenalster eingebettet wird. Ergänzt wird die Anlage durch zwei separate Kinderbecken sowie fest vertäute Saunaboote. Das Bad ist als öffentliches, niedrigschwelliges Freizeitangebot konzipiert. „Hamburg ist eine Stadt am Wasser“, sagt Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin der Hansestadt Hamburg. „Es ist wichtig, dass wir dieses Wasser auch wirklich gemeinsam nutzen.“
Das Konzept für das Alsterfreibad setzt strukturell auf minimale Maßnahmen und ressourcenschonende Lösungen. Solarpaneele auf den Saunabooten machen die Anlage weitgehend energieautark. Magdalena Weiß, Executive Partner bei gmp, erklärt: „Mit wenigen Eingriffen entsteht hier ein wunderbarer Badeort im Einklang mit seiner Umgebung. Die Schilfzone am Ufer bleibt bestehen, unter dem Becken entsteht ein geschützter Raum für Fische. Die Konstruktion aus Holz und Stahl ist rückbaubar; ein natürliches Filtersystem, betrieben mit Solarenergie, ermöglicht einen weitgehend eigenständigen Betrieb des bewusst unbeheizten Bads.“
Das Naturbad lässt die Außenalster künftig wieder als öffentlichen Wasserraum erlebbar werden. Das Projekt verbindet Freizeit, Landschaft und Stadtraum und könnte zugleich als Modell für weitere innerstädtische Standorte in Hamburg dienen.